Fünf Fragen an Linda Thomas

Erstellt von Anna S. Fischer | |   Interview

Putzen und Aufräumen sind ja momentan in aller Munde. Auch unsere Autorin Linda Thomas schafft es seit vielen Jahren immer wieder, Menschen für das "ungeliebte" Putzen zu begeistern. Wir haben sie gefragt, was für sie das Besondere am Putzen ist und welche Tipps sie uns für dieses Frühjahr geben kann. Lesen Sie fünf Fragen an die Gründerin des ersten ökologischen Reinigungsinstituts in der Schweiz.

Wann hast du festgestellt, dass Putzen mehr ist als nur "Reinemachen"?
Ich lebte mit Fragen und suchte nach Wegen die Einstellung zu meiner Tätigkeit zu ändern. Durch Üben und das Suchen nach dem tieferen Sinn des Putzens, lernte ich das Putzen lieben. Als dann die Kunden mich darauf ansprachen, wie anders sie ihre Räume erleben, wusste ich wie wichtig die Einstellung zu dieser Tätigkeit ist, und dass die Art, wie wir eine Arbeit tun, bestimmt, was wir in die Welt hineintragen.
Was macht deinen Ansatz am Putzen besonders?Die Liebe zur Tat und die Dankbarkeit, die Möglichkeit zu haben, durch etwas so «Banales» einen Beitrag leisten zu können. Durch die Liebe wird das Putzen zum Pflegen. Dann berühren wir nicht nur das Physische, wir reinigen auch auf anderen Ebenen. Wir nehmen nicht nur Schmutz weg, wir schaffen Raum für Neues. Wer mit Hingabe arbeitet, arbeitet mit dem ganzen Wesen und so wird eine Verwandlung möglich.

Kann jeder einen Zugang zum Putzen bekommen?
Auf Englisch sagt man: Where there is a will, there is a way [Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg]. Ich glaube, wer wirklich will, kann es auch. Sehr viele Rückmeldungen von Seminarteilnehmenden und Menschen, die meine Bücher gelesen haben, bestätigen, dass es möglich ist. Ich habe es auch erlebt bei den Studierenden am Goethanum sowie Mitarbeitenden in meiner Firma und später auch in der Klinik Arlesheim.

Welchen Tipp hast du für den Frühjahrsputz in diesem Jahr?
Für viele Menschen ist der Frühjahrsputz ein Wunschtraum, der sich aus Zeitgründen kaum realisieren lässt. Wer sich aber vornimmt, sich in diesem Jahr dafür Zeit zu nehmen, dem empfehle ich, anzufangen mit dem, was man oder frau sich schon lange und oft vorgenommen hat. Das, was am meisten stört, blockiert die eigene Energie. Erst wenn das erledigt ist, wird Kraft frei für die nächste Tat. Das ist sehr individuell.
Wichtig sind die Fenster und am Ende der Heizungsperiode auch die Heizungskörper. Als eine echte Wohltat erlebe ich es immer, wenn ich alle höheren, schwer erreichbaren Flächen gründlich entstaubt und feucht nachgewischt habe: Schänke, Regale, Tür- und Fensterrahmen, Lampen und Lampenschirme. 
Der Frühjahrsputz ist kein Sprint, eher ein Marathon, so gilt es, anstatt durch die Räume zu wirbeln, die Kräfte gut einzuteilen und lieber wenige Sachen Schritt für Schritt gründlich zu tun. 

Gibt es ein weiteres Buch-Projekt?
Es gibt zwei Themen, die ich gerne vertiefen möchte und die dann hoffentlich als Bücher erscheinen werden. Als erstes möchte ich als eine Anthologie Texte zum Thema «Zuhause» zusammentragen. Dies soll viele verschiedene Aspekte zum Häuslichen aus unterschiedlichen Kulturen beschreiben und illustrieren. Das zweite Thema möchte ich noch nicht verraten.

Vielen Dank, wir dürfen sehr gespannt sein!
(Die Fragen stellte Anna S. Fischer)

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